Spirit of St. Louis im NASM

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Egal wie oft ich nach USA komme – eines meiner Lieblingsziele bleibt das National Air and Space Museum in Washington D.C. und dort vor allem Charles Lindberghs Flugzeug “The Spirit of St. Louis”. Ich war 1978 zum ersten mal da, mit 19 Jahren, und dann wieder 1992, 1995, 2000, 2003 … und 2014 zum ersten Mal mit meiner Familie. Und es ist jedes Mal wieder gleich aufregend! Ich halte jedes Mal fast die Luft an wenn ich oben auf dem Balkon stehe, vier Meter vom Leitwerk der Spirit entfernt – die dort exakt so hängt wie Lindbergh sie 1928 dem Museum übergab.

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August 2014, im NASM in Washington D.C., vor der Spirit of St. Louis

Es ist ja nicht so, dass es dem NASM an Ikonen der Luftfahrt mangelt. Chuck Yeagers X-1 schwebt genau hinter der Spirit, der erste “Flyer” der Wrights von 1903 hing viele Jahre genau daneben (jetzt hat er seine eigene Halle bekommen), eine der drei gebauten X-15. Und unten in der Halle, fast genau unter der Spirit, steht ein anderes Exponat, das mir viel bedeutet: “Columbia”, die Kommandokapsel von Apollo 11, das Schiff mit dem Armstrong, Aldrin und Collins im Juli 1969 vom ersten Besuch der Menschen auf einem anderen Himmelskörper zurückkehrten.

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Unrestaurierter Originalzustand. Die Spirit hängt genau so im NASM wie Lindbergh – der sie nach Washington geflogen hat – der Smithsonian Institution übergeben hat

Columbia ist schon starke Konkurrenz – aber ein Raumschiff ist für einen Piloten eine wesentlich abstraktere Angelegenheit als ein Flugzeug. Zur Faszination hat bei mir Lindberghs selbst verfasstes Buch über seinen Flug beigetragen. Es trägt im Englischen den Titel “The Spirit of St. Louis” und es ist so mitreissend und spannend geschrieben, dass er den Pulitzer-Preis dafür bekam. Ganz sicher ist es eines der besten Fliegerbücher, genauso wie seine kongeniale Verfilmung (mit dem Schauspieler und Piloten James Stewart in der Hauptrolle) ein Klassiker des Fliegerfilms ist. Die deutsche Ausgabe hat den Titel “Mein Flug über den Ozean”.

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Charles Lindberghs Überlebensausrüstung für seinen Transatlantikflug. Kurz vor dem Start soll ihn eine Journalistin gefragt haben, ob denn die paar Sandwiches, die er dabei hatte reichen würden. Angeblich soll er geantwortet haben: “Wenn ich morgen in Paris bin brauche ich nicht mehr. Und wenn nicht – dann auch nicht”.

Das NASM, mitten in der Mall nur einen kleinen Spaziergang vom Weißen Haus und vom Kapitol entfernt, kostet keinen Eintritt und ist das bestbesuchte Museum der USA. Ein Pilot, der D.C. besucht aber nicht das NASM, oder seine riesige Depandance am internationalen Dulles-Flughafen, ist selbst schuld!

Update: 17.1.2015
Während der nächsten ca. 5 Monate wird die “Spirit”, erstmalig seit 1992, von ihrer traditionellen Position unter der Decke des “Milestones of Flight Hall” herabgelassen und auf dem Boden der Halle stehen. In dieser Zeit wird Charles Lindberghs Flugzeug gereinigt und neu konserviert bevor es schließlich gegen Mitte das Jahres wieder an seinen angestammten Platz zurück kommt. Besuchern wird die Aktion ermöglichen, das legendäre Flugzeug aus neuen Perspektiven zu betrachten – und zu fotografieren! Außerdem können natürlich die Arbeiten an der Maschine beobachtet werden.

 

National Air and Space Museum
Independence Avenue at 6th Street SW
Washington, DC 20560
Telefon: 202-633-2214

Öffungszeiten
10 am – 5:30 pm
Außer am 25. Dezember jeden Tag des Jahres geöffnet

Web:
http://airandspace.si.edu/

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About Author

1995-2002 Editor at fliegermagazin, 2004-2008 Editor in Chief of Airbus Magazine "Planet Aerospace". Since 2002 Book Author and free lance aviation journalist and photographer. Private Pilot with IFR rating. Other ratings: CRI, Aerobatic, MEP (expired).

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